Niedersorbisch als bedrohte Minderheitensprache bewahren und revitalisieren

Die Koalitionsfraktionen von SPD und LINKE bringen an diesem Mittwoch einen Entschließungsantrag zum Entwurf der neuen Verordnung über die Bildungsangelegenheiten der Sorben/Wenden (Sorben/Wenden-Schulverordnung) in den Landtag ein. Dazu erklären die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Kathrin Dannenberg und die Sprecherin der SPD-Fraktion für Sorbische/Wendische Angelegenheiten, Kerstin Kircheis:

„Die Koalitionsfraktionen nehmen die Positionen und Argumente ernst, die uns die Vertreterinnen und Vertreter des sorbischen/wendisches Volkes am Rande der letzten Sitzung des Bildungsausschusses zum Entwurf der neuen Verordnung übermittelt haben.

Vorrangiges Ziel der Verordnung muss es sein, einen Beitrag zum Erhalt der Minderheitensprache Niedersorbisch zu leisten – so wie es die europäischen Minderheitenabkommen vorsehen. Das Land Brandenburg sieht sich in der Pflicht, mit der Verordnung Rahmenbedingungen zu schaffen, wonach es Schülerinnen und Schülern ermöglicht wird, die Sprache ihrer Vorfahren so gut zu lernen, dass sie wieder zum Alltag der Niederlausitz gehört.

Gleichzeitig befinden wir uns aber in der Phase der Stellungnahmen zu einem Referentenentwurf. Zwischenzeitlich ist auch die Stellungnahme der Sorben und Wenden eingegangen und wird selbstverständlich in die weiteren Überlegungen einbezogen. Bereits im Bildungsausschuss des Landtages hatte Bildungsminister Günter Baaske angekündigt, dass eine Überarbeitung des Referentenentwurfes erfolgt.

1998 wurde das „Witaj-Projekt“ in der Kindertagesstätte „Mato Rizo“ in Cottbus Sielow erstmals in der Praxis erprobt. Seitdem ist mit Unterstützung des Landes viel für den Spracherhalt und die Revitalisierung der niedersorbischen Sprache getan worden. 350 Kinder lernen heute in sechs Grundschulen im Witaj-Projekt. Darauf aufbauend hat sich auch die Zahl der Niedersorbisch-Lernenden in den Schulen um rund ein Fünftel erhöht. Daran knüpft die Sorben/Wenden-Schulverordnung an. Es geht um mehr als kleine Lerngruppen für den Spracherwerb.“

04.04.2017

zurück