Wolfgang Roick, Johannes Funke: Brandenburg schon heute auf Höhe des UN-Naturschutzabkommens

Wolfgang Roick

Neues UN-Naturschutzabkommen auf dem Weltnaturgipfel beschlossen. Brandenburg nimmt bereits jetzt schon eine Vorreiterrolle ein.

Die auf dem Weltnaturgipfel in Kanada vereinbarte Zielstellung, mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen bis 2030 unter Schutz zu stellen, ist richtig und nachvollziehbar, erklären Wolfgang Roick, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und Johannes Funke, agrarpolitischer Sprecher.

Weltweit gesehen befinden sich Landnutzung und Naturschutz in keinem günstigen Verhältnis zueinander. Besorgniserregende Beispiele dafür lassen sich überall auf der Welt finden, so die beiden Abgeordneten. Bezogen auf das Land Brandenburg ist jedoch festzustellen, dass die Marke von 30 Prozent der Unterschutzstellung schon seit Jahren erfüllt ist. Daher nimmt das Land Brandenburg hier bereits eine Vorreiterrolle ein.

„Obwohl Brandenburg ein flächenreiches Land ist, müssen wir auf das bereits Erreichte schauen und sorgsam mit unseren Flächen umgehen.“, betont Wolfgang Roick. „Gerade den Wäldern kommt wegen der wachsenden Holznutzung eine immer größere Bedeutung zu.“

Johannes Funke erklärt, „In Brandenburg müssen wir die kooperativen Ansätze zwischen Naturschutz und Landnutzung verbessern. Wir brauchen mehr Strukturelemente wie Brachen, Hecken oder Blühstreifen in unserer Kulturlandschaft. Das war auch immer ein Kernanliegen der Volksinitiativen zum Insektenschutz. Die Reform der europäischen Agrarpolitik wird uns dabei deutlich weiterbringen.“

Hintergrund: Im Land Brandenburg befinden sich bereits 34 Prozent der Landesfläche in Landschaftsschutzgebieten und 33 Prozent in Großschutzgebieten (1 Nationalpark, 11 Naturparks, 3 Biosphärenreservate).

Acht Prozent der Landesfläche erfüllen den Status des Naturschutzgebietes.

Hinzu kommen die Natura2000-Kulissen nach EU-Recht, dazu zählen die FFH-Gebiete mit elf Prozent der Landesfläche und die Vogelschutzgebiete mit 22 Prozent der Landesfläche. Noch hinzu kommen 30.000 Hektar anerkannte Wildnisflächen, das entspricht einem Prozent der Landesfläche. In Teilen überlagern sich die Schutzkulissen.

Neben der Unterschutzsstellung nach Landes-, Bundes- und EU-Recht besitzen Naturschutzverbände und Stiftungen im Land Brandenburg mehrere 10.000 Hektar. Dazu zählen unter anderem der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, Heinz-Sielmann-Stiftung, NABU-Stiftung Nationales Naturerbe oder Verein der Freunde Nationalpark unteres Odertal.