Wolfgang Roick und Johannes Funke: Rolle der Landwirtschaft beim Strukturwandel in der Lausitz stärken

Johannes Funke

Johannes Funke

Die Lausitz ist eine Region mit traditionell starker Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft. Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Wolfgang Roick, und der agrarpolitische Sprecher, Johannes Funke, erläutern die Bedeutung der Landwirtschaft im Prozess des Strukturwandels in der Lausitz.

Wolfgang Roick, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz stellt fest: „Es ergeben sich viele Herausforderungen, die vor allem mit ungünstigen natürlichen Standortbedingungen, zunehmender Trockenheit infolge klimatischer Veränderungen und mit einer Verknappung und damit Verteuerung landwirtschaftlicher Flächen verknüpft sind.  Umso wichtiger ist es, die Effizienz und Standortanpassung der Landwirtschaft mit Hilfe moderner Technologien zu erhöhen. Brandenburg kann hierbei mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und dem Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften (FIB) in Finsterwalde aber auch dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. in Müncheberg sowie dem Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V. ATB in Potsdam auf eine gute Forschungsinfrastruktur bauen. Diese haben bereits zahlreiche Projekte zur Rekultivierung der Landschaft, zur Anpassung an den Klimawandel oder zur Erschließung neuer biobasierten Wirtschaftsketten durchgeführt.“

Johannes Funke betont: „Die Landwirtschaft in der Lausitz war gerade in den letzten drei Jahren von einer Dürre geprägt, deren Ausmaß leider als historisch zu bewerten ist. Vor diesem Hintergrund kommt der Erforschung und der Entwicklung neuer Agro-Systeme eine besondere Bedeutung zu. Diese können von Minimalbewässerungsanlagen, dem Anbau neuer Kulturen, bis zu Agro-Photovoltaikanlagen reichen. Zusätzlich muss es gelingen, eine stärkere Verarbeitungskette für Weidetiere aufzubauen. Diese Form der Tierhaltung ist in besonderer Weise naturnah, tierwohlgerecht und gesellschaftlich akzeptiert. Die Koalitionsparteien hatten sich dafür bereits im Koalitionsvertrag aber auch in verschiedenen Landtagsbeschlüssen sehr deutlich ausgesprochen. Gerade ein Trumpf der Lausitz sind die wassergeprägten Gebiete des Spreewaldes. Bei günstigeren Niederschlagsverhältnissen kommen die ehemaligen Tagebaue als wasserreiche Seenkette noch dazu. Damit eröffnen sich noch mehr Potentiale für Lebensqualität der Menschen vor Ort und für den Tourismus.

Das Thema „Ländliche Entwicklung“ wird der Sonderausschuss Strukturentwicklung in der Lausitz in der kommenden Sitzung am 16.04.2021 behandeln. Hierzu ist u. a. der brandenburgische Landwirtschaftsminister Axel Vogel geladen. Die Sitzung kann per Livestream verfolgt werden.